Telfer Schleicherlaufen 2020 - Teil 1

2. Februar 2020

Das Schleicherlaufen von Telfs, einer Marktgemeinde mit 15.000 Einwohnern, 27 km westlich von Innsbruck gelegen, zählt zu den bekanntesten Fasnachten der Alpen und ältesten Tirols. Seit 1890 findet das Schleicherlaufen im Abstand von 5 Jahren statt, an dem nur Männer (ca. 500) zugelassen sind. Am Sonntag früh morgens um 7.00 Uhr beginnt die uralte Tradition mit der "Sunna" und endet am Nachmittag gegen 14.45 Uhr an der Friedhofsmauer. - Wir waren bereits am Samstag vor Ort und haben das frühlingshafte Bilderbuch-Wetter mit der familiären Kulisse genossen:

Der Ablauf des Schleicherlaufens in Details:
  • Die Sonne: diese Gruppe (bestehend aus einem Trommler, dem die Sonne tragenden Bauer, einem Sonnenanbeter, dem Wirt und den Handwerkern in Form von Bäcker, Metzger, Schlosser sowie dem Kaminkehrer mit einem Ferkel) sorgt dafür, dass am Tag des Schleicherlaufens das Wetter sonnig ist. Und oh Wunder: trotz schlechter Wettervorhersage für das Schleicherlaufens 2020 zeigte sich lange Zeit die Sonne und erst kurz vor Schluss begann es zu regnen!
  • Die Herolde: 7 Männer ziehen nach den Böllerschüssen um 11 Uhr in Landknechtsuniform hoch zu Ross zum ersten von insgesamt sieben Plätzen und verkünden die Fasnacht.
  • Die 4 Jahreszeiten: je 3 Männer - jeder davon auf einem prächtigen Haflingerpferd - repräsentieren durch Kostüme, Gesichtsbemalung und Kopfschmuck den Frühling, Sommer, Herbst und Winter.
  • Die Wilden: sie stellen mit furchterregender Holzmaske und Flechten-Gewand die Ureinwohner Telfs dar. In der Mitte der Panz'naff, rot verkleidet, steckt den Leuten seine Zunge so weit wie möglich entgegen.
  • Die Schleicher: sind sind die eigentlichen Namensgeber der Telfer Fasnacht, bekleidet mit brillianten Kostümen, Schellen, jugendlich bemalten Drahtmasken sowie prachtvollen Hutaufbauten. Zu den Schleichern zählen die Einzelfiguren in Form des Laternenträger, des Goaßer (= Geißhirt) sowie des Tuxer- und des Sennerpaars.
  • Bären und Exoten: nachdem die 3 Bären um 10 Uhr am "Meaderloch" in kämpferischer Art eingefangen und gezähmt wurden, ziehen sie mit jetzt mit Esel, Ziegenbock, Affen, Kamel, Elefant, Schildkröte, Giraffe (seit 2020) etc. über die Umzugsstrecke.
  • Die Laninger: sie sind ein freiheitsliebendes, fahrendes Volk. Sie schützen ihr liebstes Kind, den Naz, eine Puppe mit dem Ursprung um 1860.
  • Ebenfalls zum Umzug gehören die Gruppen der Vogler, 's Galtmahd", die Beasn Buam, der Bachoufn, die Kurpfuscher sowie die Sofansiader.

Die Schleicher werden vom Laternenträger angeführt, der den ersten "Kroas" (= Kreis) betritt. Er hüpft und tanzt in seiner Harlekinskleidung, schwingt eine überdimensionale Laterne, um Platz für die nachfolgenden Schleicher zu machen. Der Goaßer (= Geißhirt) gibt mit seinem Horn die Zeichen für die einzelnen Ehrentänze. Am Schluss bläst er wieder in sein Waldhorn, um das Zeichen zum Abbruch des Tanzes zu geben.

per Klick zum zweiten Teil des Telfer Schleicherlaufen 2020: